Kieferorthopädie - komplexe interdisziplinäre Therapien – Evidenz und Praxis

Dr. Ute Schneider-Moser, Ferrara, Italien | CV Dr. Lorenz Moser

GAK 233 | 30.11.2018 | 14:00 Uhr

Editorial

Liebe GAK Mitglieder,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

heutzutage möchten viele Patienten, unabhängig vom Alter, schöne und gerade Zähne haben. Deshalb entscheiden sich auch immer mehr Erwachsene mit hohem ästhetischem Anspruch für eine kieferorthopädische Behandlung. Die biologischen Besonderheiten von Erwachsenen stellen dabei den Kieferorthopäden oft vor neue Herausforderungen: Fehlendes Kieferwachstum, vorhandene (in-) suffiziente konservierende und prothetische Versorgungen, parodontale Probleme, fehlende Zähne und nicht zuletzt mangelndes Knochenangebot sind nur einige Beispiele hierfür. Ein Kieferorthopäde muss daher auch in den Bereichen Parodontologie, Prothetik und Kieferchirurgie auf dem aktuellen Stand sein und diese Kenntnisse in seiner Behandlung berücksichtigen. Um das bestmögliche individuelle Resultat erzielen zu können, ist vorab oft eine Therapieplanung in interdisziplinärem Team erforderlich.

Zur Präsentation dieser komplexen Zusammenhänge hat der GAK ein seit 32 Jahren zusammenarbeitendes kieferorthopädisches Expertenteam eingeladen, das jedes Problem und die entsprechenden Fragestellungen aus individuellem Blickwinkel heraus betrachtet. Mit Dres. Ute Schneider-Moser und Lorenz Moser aus Bozen dürfen wir uns auf zwei renommierte Kieferorthopäden mit großem "Sinn für das Schöne" freuen. Der Anspruch an die Behandlung reicht dabei weitaus höher als Zähne nach kieferorthopädischer Evidenz zu begradigen. Im Fokus steht vielmehr das Schaffen einer Harmonie aus Zähnen, Kiefern und Gesicht unter Beachtung und Einhaltung biologischer Grenzen.

Dies erfordert unter Umständen die Einbeziehung weiterer (zahn-) medizinischer Bereiche mit ihren eigenen evidenz- oder nicht-evidenzbasierten Möglichkeiten. Es geht also darum, ganz bewusst den Blick über den Tellerrand der Kieferorthopädie hinaus zu wagen und Behandlungsmöglichkeiten in Kooperation mit weiteren Disziplinen zu erwägen. Unter diesen Aspekten können beispielsweise die Therapieoptionen bei Nichtanlage eines zweiten Oberkieferinzisiven diskutiert werden. Das Aufeinandertreffen von unterschiedlichen Behandlungskonzepten aus der American sowie European Angle Society beleben dieses Themenfeld außerdem.

Sie dürfen also auf komplexe kieferorthopädische Fälle mit viel interdisziplinärem Input aus den Bereichen der Parodontologie, Kieferchirurgie und Prothetik gespannt sein, die nicht nur für Kieferorthopäden sondern für sämtliche zahnmedizinische Fachdisziplinen interessant sind!
 
Ihre Dr. Julia Glöggler

Kieferorthopädie - komplexe interdisziplinäre Therapien – Evidenz und Praxis

Da immer mehr Erwachsene einer kieferorthopädischen Behandlung zustimmen, muss sich der Kieferorthopäde auch in den Bereichen Parodontologie, Prothetik und Kieferchirurgie ausreichende Kenntnisse aneignen und diese entsprechend implementieren. Auch bei Aplasiefällen kann ohne vorherige Behandlungsplanung im Team nicht das bestmögliche individuelle Resultat erzielt werden.

Die Referenten werden anhand der Präsentation verschiedener Patienten komplexe interdisziplinäre Fragestellungen beantworten und moderne Behandlungskonzepte erläutern.