Young GAK: Meine größten AHA-Erlebnisse!

ZA Horst Dieterich, Winnenden | Dr. Alf-Henry Magnusson, Stuttgart | Dr. Teresa Kruse, Köln | Dr. Christoph Bopp, Stuttgart | Dr. Wolfgang Gerner, Leinfelden

GAK 242 | 14.02.2020 | 14:00 Uhr

Editorial

Meine größten AHA-Erlebnisse
Fünf Experten öffnen ihre zahnmedizinische Trickkiste.

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freunde der feinen Zahnmedizin,

wir laden Euch ein zu einem knackigen, schmackhaften 5-Gänge-Seminar im Rahmen unserer Young-GAK-Reihe. Unsere 5 Experten lassen sich bei ihren Rezepten über die Schulter schauen und präsentieren uns eine Komposition aus Funktion, Keramikrestaurationen, Chirurgie, Endo und KFO.

Diese praktischen Zutaten könnt Ihr entweder in der Praxis frisch zubereiten oder Eure jahrelange Behandlungserfahrung damit verfeinern. Es sind kurze Vorträge, auf den Punkt gebracht, voller Geschmack und Frische.

Den ersten Gang, sozusagen unsere Grundlage, schafft Horst Dieterich mit einem schwierig zuzubereitenden GAK-Klassiker - der Kieferrelationsbestimmung.
Henry Magnusson lässt uns im zweiten Gang an seinen AHA-Erlebnissen zum Thema Keramik teilhaben. Unter dem Titel „The Glue is you" zeigt er, welche Restaurationen, Protokolle und Materialien sich warum bewährt haben.

Im dritten Gang fasst Teresa Kruse für uns ihre AHA-Erlebnisse in der Zusammenarbeit Zahnarzt - Kieferorthopädie zusammen. Welchen Patienten mit welcher Dysgnathie wir wann und vor allem warum, zum Kieferorthopäden überweisen sollten, klärt sich im Kurzvortrag mit dem Titel: „Schief genug?“

Den vierten Gang - den Chirurgiegang - präsentiert uns Christoph Bopp. Komplikationsmanagement bei der Entfernung schwieriger Zähne sowie verlagerter 8er. Wie können wir uns diese z.T. schwierigen Behandlungen vereinfachen, Zeit sparen und Risiken für unsere Patienten reduzieren?
Zur Abrundung des Menüs gibt es zum Nachtisch noch etwas Endo: „Wurzelkanäle – vom Suchen und Finden“ Wolfgang Gerner öffnet für uns seine Endo-Trickkiste.

Im Anschluss an unser zahnmedizinisches Menü wird uns das Steigenberger Hotel Graf Zeppelin natürlich auch wieder kulinarisch verköstigen und wir laden Euch herzlich zum kollegialen Austausch ein.

Lasst es Euch schmecken!

Eure Friederike Johanning

 

 

Kursinhalte:

ZA Horst Dieterich, Winnenden

Funktionelle Aha-Erlebnisse

Die Kieferrelationsbestimmung - der „Biss“

Die Kieferrelationbestimmung oder Bissnahme ist sicher ein zentrales Thema innerhalb der Diagnostik oder bestimmter Therapieschritte in der restaurativen Zahnmedizin.

Ganz allgemein stellt sich oft erstmal die Frage: „Zentrisch oder habituell?” Wie wird eigentlich nach zeitgemäßer Definition die zentrische Position der Kondylen beschrieben?

Oft treffen die Zähne dabei nicht in maximaler Interkuspidation aufeinander. Die habituelle Bissnahme soll den anatomischen Status der vorhandenen Zähne „beim Zubeißen“- darstellen. Zentrisch einartikulierte Modellpaare sind meines Erachtens notwendig zur initialen Diagnostik vor allen umfangreichen restaurativen Behandlungen.

Anhand zahlreicher klinischer Beispiele will ich mein Vorgehen, die eingesetzten Techniken und Materialien, wann zentrisch, wann habituell, von der Schienentherapie über Einzelzahnrestaurationen bis hin zu komplexer Prothetik zeigen.

 

Dr. Alf-Henry Magnusson, Stuttgart

Keramische Aha-Erlebnisse

The Glue is You

Zircon ist in aller Munde, doch ist es wirklich der Werkstoff, welchen wir bevorzugt in der Zahnheilkunde als restauratives Material zukünftig mehr und mehr einsetzen wollen?

Der Trend in den letzten Jahren geht eindeutig in Richtung minimal invasiv und somit sind wir zwangsläufig bei partiellen Rekonstruktionen angelangt, welche sich mit einem Material wie Zirkon eigentlich nicht umsetzen lassen. Hier gibt es derzeit zu Glaskeramiken und modernen Compositewerkstoffen keine Alternativen.
Die Vollkrone ist zahlenmäßig auf dem Rückzug und wird mehr und mehr durch Veneers und Teilkronen ersetzt. Ungeachtet ob diese Restaurationen herkömmlich modelliert und gepresst werden oder durch neue Fertigungstechniken CAD und CAM aus der Fräsmaschine herausfallen, müssen wir diese zuverlässig mit der Zahnhartsubstanz vereinigen.

Auch für diesen Vorgang gibt es regelmäßig Innovationen und neue Materialien welche, fast tagtäglich, angepriesen werden. Jedoch, sind diese Materialien besser, schneller, einfacher und sicherer in der Anwendung, oder wo liegen die Vorteile dieser Materialien im Vergleich zu herkömmlichen Systemen?

Der Vortrag möchte einen zuverlässigen Weg zeigen, Restaurationen adhäsiv zu befestigen und dauerhaft perfekte klinische Situationen zu erzeugen.

 

Dr. Teresa Kruse, Köln

Kieferorthopädische Aha-Erlebnisse

Schief genug? Das richtige Timing bei der Überweisung zum Kieferorthopäden

FRS-Auswertung, Modellanalyse und Biegeübung: Jeder hat sich im Studium – notgedrungen oder mit Freude – mit Kieferorthopädie auseinandergesetzt.

Doch was brauche ich davon wirklich im zahnärztlichen Berufsalltag?
Wann überweise ich welche Patienten an den Kieferorthopäden?
Bei welcher Zahn- oder Kieferfehlstellung sollten die Alarmglocken läuten?
Muss ich meine Vorlesungsunterlagen wieder raussuchen oder vertraue ich auf die Eigeninitiative der Eltern?

Der Zahnarzt ist als erster Ansprechpartner maßgeblich am Screening von auffälligen dentalen und skelettalen Befunden beteiligt. Das richtige Timing ist ausschlaggebend für eine erfolgreiche skelettale Beeinflussung und eine möglichst kurze, effektive Behandlung.

Standardmäßige Überweisungen, die sich nach dem chronologischen Alter richten, sind hier meist unzureichend. Was zählt, ist vor allem die Art der Dysgnathie sowie der dentale und skelettale Entwicklungsstand des Patienten.

Für ein geschultes zahnärztliches Auge, das kieferorthopädische „Risikokinder“ erkennt, muss nicht nur das Wer und Wann geklärt sein, sondern vor allem auch die Frage nach dem Warum.

Der Vortrag gibt Zahnärzten Entscheidungshilfen, wann der Kieferorthopäde kontaktiert werden sollte und welche Maßnahmen präventiv auch schon in der zahnärztlichen Praxis durchgeführt werden können.

 

Dr. Christoph Bopp, Stuttgart

Chirurgische Aha-Erlebnisse

Entspannt operieren – Komplikationsmanagement bei der Entfernung schwieriger Zähne
 
Die Entfernung einer tief frakturierten Wurzel oder eines retiniert und verlagerten Weisheitszahns sind typische chirurgische Tätigkeitsfelder in der zahnärztlichen Praxis. Der Vortrag liefert praktische Hinweise aus dem chirurgischen Alltag für das Vorgehen und Komplikationsmanagement bei der schonenden Entfernung schwieriger Zähne. Ein weiterer Themenschwerpunkt liegt in der Schnittführung, Lappenbildung und Entfernung von retiniert und verlagerten Weisheitszähnen.

 

 

Dr. Wolfgang Gerner, Leinfelden

Endodontische Aha-Erlebnisse

Wurzelkanäle – vom Suchen und Finden!

Zahn rasch trepaniert, lange keinen Wurzelkanal gefunden und dann?
Die schnellste Vorgehensweise ist nicht immer die beste. Gerade was das Suchen und Finden der Kanäle angeht, lohnt es sich, eine sorgfältige Trepanation anzulegen, v.a. bei Pulpasteinen, obliterierten Kanaleingängen und anderen Unwägbarkeiten.

Im Vortrag stehen Inhalte im Vordergrund, die einen zügigen und effizienten Arbeitsablauf von Beginn an ermöglichen.
Was ist wichtig in Befundung und Diagnostik oder in der Auswertung von Röntgenaufnahmen?
Wird der Zahn gut behandelbar sein, gilt es eine knifflige Aufgabe zu lösen oder steht ein Fall von experimenteller Zahnheilkunde ins Haus?

Mit der behutsamen, durchdachten Trep wird die Voraussetzung geschaffen, einen Zahn routiniert und zügig durchzuarbeiten.
Die weiteren Arbeitsschritte, wie etwa das Darstellen der Kanaleingänge oder das Abtragen von Überhängen erfolgt unter Zuhilfenahme anatomischer Strukturen wie etwa den sogenannten Landmarks am Boden der Pulpakammer. Die eigentliche Aufbereitung gelingt unter diesen Voraussetzungen zügig, die Obturation stellt letztendlich nur das i-Tüpfelchen der Behandlung dar.

In jedem Fall hilft eine klare und zielgerichtete Vorgehensweise auch anspruchsvolle Fälle in der Praxis zu lösen.